Die wird sich doch wohl jetzt nicht verlieben.

Und wann dann? Nun. Für eine Frau in der Traumaklinik, im vorletzten Level ist diese Frage ebenso prägnant, wie schwer zu beantworten. De facto suchen sich Gefühle das ja vom Timing her nicht aus und ich könnte ja auch einen konsequenten Riegel davor schieben. Mag die Stimme sein, die sagt: „Du wirst Dich in Deinem Kämmerlein so ganz allein, im Kreise drehen, liebe Mole.“ Dann müsste aber nicht nur ich mutig sein, sondern auch der Partner, der sich tatsächlich vorstellen könnte mit so einem komischen Maulwurf-Mädchen einen Schritt weiter zu gehen. Der ist ja per se ein Held und verdammt liebenswert, weil er auf Klischees pfeift. Aber was ist mit mir? Also dem ICH, was sich da gerade so mühsam empor buddelt? Da ist ne Menge Angst vor Enttäuschung und noch mehr, selbst zu einer Enttäuschung zu werden, wo ich doch gerade anfange mich wirklich richtig lieb zu haben. Weil irgendwie hab ich ja auch mein Leben mal so richtig verkackt. Und dazu kommt, dass ich viele schräge Dinge gemacht habe, auf die ich heute mit Stolz und Scham gleichermaßen blicke. Ich erinnere ein Leben in einem blinden Taumel. Rekonstruiere Handlungen und Phasen, die so einfach keinen Sinn ergeben, jedoch unter dem Aspekt des Traumas sehr wohl und mich dabei sogar faszinieren. Denn in der Blindheit des „nicht erinnern könnens“, hat diese kleine Sau von Trauma mir Brotkrumen hingestreut, damit ich eines Tages sehe, wer ich wirklich war, als ich so aus mir herausgetreten um mein Überleben kämpfte. Zu dumm, dass dies eine Geschichte hinterlassen hat, mit der einfacher gestrickte Menschen kaum umgehen können. Von dem Gummibärchen Baby zur kleinen Pianistin, über die aufmüpfige Rebellin zum gescheiterten, masochistischen Opfer die aus dem Versuch, endlich ein ganz normales Leben zu führen, als Domina auf einem Streifzug geht, der ihr den Sinn von Liebe und Treue und Körperlichkeit eröffnen sollte. Und wenn ich mich nun doch verliebe und er mich fragt: „Na, was hast Du denn so in Deinem Leben gemacht, erzähl doch mal.“

Ich kann nur bei der Wahrheit bleiben und einfach so sein, wie ich bin. Oder besser direkt alleine bleiben. Aber was ganz wichtig ist: meine Geheimnisse entmystifizieren – also Hosen runter im Blog (aber bitte gepixelt).

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3 Gedanken zu “Die wird sich doch wohl jetzt nicht verlieben.

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