Innerer Frieden. Erstmal ertragen können.

Zu Beginn der 3 Monate in der Klinik, ging ich von zwei gegensätzlichen Kräften in mir aus. Der allem trotzende Hase und die maskierte Frau (die in zwischen eine grünliche, tibetische Mönchsfrau ist). Sie waren sich Spinne Feind, dachte ich. Ihre moralischen Werte schienen zu kollidieren. Ich ordnete mein Leben und meine Handlungen dem ENGELCHEN-TEUFELCHEN Prinzip zu. Das war vielleicht nicht direkt ein Fehler, eine Lösung aber war es auch nicht. Es war, als würde ich ein Kind immer loben und das andere verabscheuen. Und wirklich einzusehen, dass ich hier auch die Verantwortung für mein ICH abgab, war mir schon auch peinlich. „Hoppla!“. Doch das Abenteuer nahm seinen Lauf. Bei genauerem Hinsehen waren da nämlich noch drei andere. Und die befanden sich in einem erbärmlichen, vernachlässigtem Zustand. Ich vermute, dass meine Fähigkeit, meiner inneren Wahrnehmung mit Bildern Ausdruck verleihen zu können, der Schlüssel zu diesem recht flotten Vorankommen in der Trauma-Arbeit sind. So gesehen (vor allem an den Wänden in meiner Wohnung) erschaffe ich damit ja auch einen IST-Zustand, ähnlich einem typischen Kalenderspruch an der Wand: „Bleibe die Du jetzt schon bist und werde, die Du noch sein möchtest“. Oder so ähnlich. In meinem Fall war es beinahe so, als hätte ich mit Pinsel und Farbe eine Art „Sprachrohr“ für diese inneren Strukturen, Gefühle und Bedürfnisse auf aktiv gesetzt und endlich mal wirklich hingeguckt. Ein bisschen wie Eschers Hände, die sich selbst zeichnen, vom Sinn her. Ich bin jetzt also den 3. Tag zuhause und es entstand dieses recht harmonische Bild. Nicht, dass es wirklich alles so entspannt in mir zugeht und die Herz-Neurose ermahnt mich weiterhin täglich, dass ich noch sehr achtsam sein muss, aber ich bin jetzt erstmal recht zufrieden. Das Bedürfnis, mich nicht kopfüber wieder in das Leben stürzen, sondern es langsam anzugehen ist mächtig. Als sozialen Rückzug möchte ich das aber an dieser Stelle nicht stigmatisieren. Es ist wohl nur so, dass ich gerade noch genug mit diesem neuen „WIR“ zu tun habe. Dass ich im Umgang mit anderen Menschen immer noch alte Muster aktiviere, die weder mir, noch den Menschen um mich herum gut tun, Verwirrung stiften, vielleicht sogar verletzen, weil es so leicht mit mir erscheint und doch nur Konfetti hochgepustet wird, aus einem dunklen, extrem verwinkeltem Maulwurfsbau. In mir schreit die Sirene, dass sie raus will. Doch die gehört in der Form nicht zu meiner Familie. Sie ist nur ein Hall. Ich male also weiter, fühle tiefer. Am Montag meine erste Stunde bei der ambulanten Tiefen-Psychologin. Alles wird, manches ist. Und ich sag meinem Herzen: „Entspann Dich nur…“

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2 Gedanken zu “Innerer Frieden. Erstmal ertragen können.

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