Mal einfach ich und ich und ich und nochmal ich

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Verdammte Egozentrik denke ich derzeit noch oft. Jahrzehnte war es mir zuwider mich in den Mittelpunkt der Welt zu stellen. Vielmehr habe ich alle Sinne dazu gebraucht meine Umwelt abzuchecken, um mich entweder vor ihr zu hüten, mich anzupassen oder ein kleines Licht zu erhaschen, das mich an meine sehnsüchtige Vorstellung von Zutrauen erinnerte. Ich will nicht sagen, dass diese Beobachtungsgabe mir geschadet hat und nicht sogar weiterhin zu Gute kommt. Merke ich immerhin recht schnell, woher der Hase läuft (wirklich, Hase?). Was sich allerdings körperlich und in der Erkenntnis der letzten Monate doch eher etwas schmerzlich anfühlte, war, dass ich ja doch mehr nach Außen lebte, fühlte und agierte.

So war der Modus im Schaltsystem auf BEDÜRFNISBEFRIEDIGUNG nicht für mich gedacht. Vielmehr, um immer irgendwie eine Harmonie herzustellen im Außen, damit ich mich zumindest nicht UNZULÄNGLICH fühlte. Wieviele Male ich stillgehalten habe, wo ich doch nur leise verschwinden oder schreiend weglaufen wollte, das weiß ich nicht.  Zuviel auf einmal kann und will ich gar nicht erinnern. Doch mit zunehmender Kontaktaufnahme zu meinen ureigenen Bedürfnissen, rotze ich so manchen vergangenen Moment wie Katarrh hoch und frage mich, wie sich ein so friedliebender Mensch nur so vergewaltigen kann. Und wie ich kürzlich schon in Frage stellte, wie ABGEBRÜHT ich möglicherweise bin, lag in diesen ganzen Aktionen und Reaktionen ja auch stets etwas SCHLITZOHRIGES.

Meine neue Therapeutin hat einen Plan und sie erscheint mir wie ein Coach. Geplant sind die nächsten Monate der Tiefenpsychologischen Therapie mit täglich mind. einer Stunde Hausaufgaben zu versehen und mir ein „Gerüst“ zu schaffen, dass auch nach Ablauf der Therapie Halt bietet. Und da ich ein Streber in solchen Sachen bin, freue ich mich darauf.

„Sie sollten sich schon der Außenwelt weiterhin stellen, Frau Mole. Vermeiden alleine wird sie nicht wachsen lassen.“

„Aber ich habe Angst. Angst mich mit Menschen zu treffen und Nähe zuzulassen. In meiner Erinnerung hinterlasse ich meistens ein wunderbar freudiges Gefühl und zugleich tiefe Traurigkeit, weil ich nur ein Schatten war, der plötzlich wieder verhuschte. Ausreichend getestet. Wenn ich jemanden wirklich nochmal lieb gewinne, kann ich ihm meine Zuneigung also besser damit zeigen, dass ich mich ihm entziehe.“

Keine Zustimmung. Eher so ein leichtes Schmunzeln.

 

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2 Gedanken zu “Mal einfach ich und ich und ich und nochmal ich

  1. Eine mir bekannte und von mir gelebte Strategie umd das zu bekommen, was wir doch alle wollen. Liebe. Und irgendwann begreifen und fühlen wir, dass wir dafür nichts tun müssen oder brauchen. Wir werden geliebt, weil wir sind, wer wir sind…

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